In dieser ausgewählten Pilotkohorte mit 20 komplexen neurochirurgischen Fällen lieferte UHR-PCCT zusätzliche anatomische Informationen über die konventionelle MRT/CT hinaus, insbesondere zur arteriellen Anatomie (11/20, 55 %), zur vaskulären Versorgung von Tumoren (7/20, 35 %), zur venösen Anatomie (6/20, 30 %) und zur Beteiligung von Schädelbasis, Orbita oder Knochen (8/20, 40 %). Der größte erkennbare Nutzen zeigte sich bei komplexen Schädelbasismeningeomen und Gefäßläsionen.
Der technische Vorteil ergab sich aus der Kombination einer UHR-Gefäßbildgebung der 0,2-mm-Klasse, knochensubtrahierter Pure-Lumen-Rekonstruktionen, spektraler Bildgebung und gleichzeitiger Darstellung knöcherner Strukturen. Dadurch konnten kleine Gefäße, Tumorzuflüsse, Perforansarterien, venöser Abfluss, Gefäßummauerung/-verlagerung sowie hyperostotische oder transossäre Tumorausdehnung sichtbar gemacht werden, die für die chirurgische Navigation relevant sind.
Diese Ergebnisse dienen ausdrücklich der Hypothesenbildung und sind kein Beleg für eine klinische Überlegenheit. Die Kohorte war stark selektiert: 19 von 45 PCCT-Untersuchungen wurden ausgeschlossen, weil sie keine zusätzlichen Befunde zeigten. Außerdem erfolgten die Vergleiche unverblindet und wurden nicht systematisch anhand intraoperativer oder angiografischer Referenzstandards validiert. Die vorgeschlagene Rolle der PCCT besteht daher darin, die MRT zu ergänzen, nicht sie bei der Läsionscharakterisierung zu ersetzen.