Bei 124 Patientinnen und Patienten, bei denen innerhalb von 30 Tagen eine CCTA und eine invasive Koronarangiografie (ICA) durchgeführt wurden, war die diagnostische Leistung der PCCT-CCTA mit und ohne sublinguales Nitroglycerin ähnlich. Die Sensitivität pro Patient lag bei 90,3 % gegenüber 90,9 %, der NPV bei 86,4 % gegenüber 88,9 %; zwischen den Gruppen bestanden keine signifikanten Unterschiede.
Bei mehreren diagnostischen Kennzahlen schnitt die Gruppe ohne Nitroglycerin zahlenmäßig besser ab – Spezifität 80,0 % gegenüber 63,3 %, PPV 83,3 % gegenüber 71,8 % und Genauigkeit 85,7 % gegenüber 77,0 % –, allerdings erreichte keiner dieser Unterschiede statistische Signifikanz. Auch in den Analysen der LAD, LCx und RCA wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Die Ergebnisse dienen daher eher der Hypothesengenerierung als einer Änderung der klinischen Praxis.
Nitroglycerin erhöhte die Abschwächung im linken Hauptstamm (634 ± 169 gegenüber 546 ± 147 HU, p = 0,029), verbesserte jedoch weder SNR noch CNR. Die Autorinnen und Autoren weisen außerdem darauf hin, dass eine Vasodilatation gesunder Referenzsegmente den prozentualen Stenosegrad im Vergleich zu erkrankten Segmenten möglicherweise überzeichnen und so zu falsch-positiven CCTA-Befunden beitragen kann.